Seeheimer Hessen fordern "konsequente Quotierung"

Der von Sigmar Gabriel durchgedrückte Beschluss der SPD Parteiführung, nach der Frauen- nun auch eine Migrantenquote einzuführen, sorgte bei den hessischen Seeheimern für „kreative Diskussionen“, so Dagmar Metzger, ehemalige hessische Landtagsabgeordnete und Mitglied des Sprecherkreises der Seeheimer Hessen.
„Für uns ist klar“, so Metzger, „dass wir die Quotierung auch im Sinne der Gerechtigkeit konsequent in unserer Partei verankern müssen. Ein bisschen Quote ist wie ein bisschen schwanger. Das funktioniert nicht.“

„Wir haben eine beschlossene Geschlechterquote – faktisch eine Frauenquote - von 40% in unseren Gremien, dazu kommen jetzt noch 15% Migranten. Was aber ist mit den vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen?
Warum werden zum Beispiel die Rentner diskriminiert? 15% Quote sollten da schon drin sein. Und die Jugend können wir nur für die Politik interessieren, wenn wir sie mit mindestens 20% Quote in die Gremien holen“, erklärt Bernd Riege, ehemaliger Landtagsabgeordneter in Hessen und ebenfalls Mitglied im Vorstand der Seeheimer Hessen.

Dagmar Metzger ergänzt: „Zudem beziehen über 5% der Deutschen Sozialleistungen, auch die müssen wir quotieren. Ebenfalls dürfte eine 30% Quote für die neuen Bundesländer das Mindeste sein. Als traditionsreiche Arbeiterpartei wären weitere 50% Quote für abhängig Beschäftigte das Minimum. Auch die Landwirte haben in der SPD kaum eine Lobby, 10% ist hier nicht zu viel. Dazu noch eine 10%-Quote für Schwule und Lesben und weitere 5% für Transsexuelle.“

Zusammenfassend erläutern Metzger und Riege: „Summa Summarum hätten wir exakt 200% quotierte Plätze in unseren Gremien. Doch das ist kein Problem. Wir müssten nur die Anzahl unserer Vorstandsmitglieder und Delegierten verdoppeln, dann müsste das doch eigenlich passen, oder?“
Vorangeschaltet werden müssten den Quotierungen aber natürlich stets Mitgliederbefragungen, so habe es die Partei vor kurzem für wichtige Fragen beschlossen.

Sorgen bereiten den hessischen „Seeheimern“ nur die möglichen Folgen der Quotierungen: „Ob wir bei dieser Konstellation dann allerdings erneut eine Mehrheit für einen Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel hinbekommen, ist fraglich“.

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